Wir stärken die Gesundheitskompetenz der Kärntner Bevölkerung!

Das Konzept

Das Frauengesundheitszentrum Kärnten wurde seit seiner Gründung sowohl als Anlaufstelle als auch als Informationsdrehscheibe für die gesundheitlichen Anliegen von Frauen in Kärnten von der Geschäftsführerin aufgebaut. Das Frauengesundheitszentrum Kärnten vertritt die gesundheitlichen Interessen von Frauen. Diese gesellschaftspolitische und feministische Arbeit erfolgt im Hinblick auf die sozialen Determinanten von Gesundheit, insbesondere durch das Aufzeigen und Hinterfragen von traditionellen Geschlechtsrollenbildern, Geschlechterverhältnissen und strukturellen Benachteiligungen von Frauen und Mädchen. Respekt für die Individualität und Vielfalt von „Frausein-Wie-Frauen-Sein-Wollen“ ist ein hoher Wert im Frauengesundheitszentrum Kärnten. Die Sichtbarmachung weiblicher Vielfalt in Sprache und Bild bei allen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen macht diese Wertehaltung deutlich.

Frauen unterschiedlicher Altersgruppen stehen nett beisammen. Eine Frau haelt ein Baby im Arm.

Alle Maßnahmen (Dienstleistungen, Produkte, Projekte), sowie Strategien, Prozesse und die räumliche Ausstattung des Frauengesundheitszentrum Kärnten selbst, sind darauf ausgerichtet die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken. Gesundheitskompetenz (Health Literacy) ist kurz zusammengefasst, die Fähigkeit von Menschen, sich Zugang zu gesundheitsrelevanten Informationen zu verschaffen, diese zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden.

Das Frauengesundheitszentrum Kärnten bekennt sich zu einer feministischen Bewegung, die Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig ihres Geschlechtes fordert und Frauen wie Männern ihren selbstbestimmten Raum gibt. Im Blick sind daher immer alle gesellschaftlichen Strukturen, die Geschlechterhierarchien fördern und festigen, zum Nachteil von Frauen wie von Männern und zum – überwiegenden – Vorteil von Männern. Mit dieser gesellschaftspolitischen Grundhaltung arbeitete das Frauengesundheitszentrum Kärnten für die Verbesserung der Gesundheit aller in Kärnten lebenden Frauen und Mädchen, unabhängig von Bildungsstatus, Einkommenssituation, Alter, Ethnie, Genderidentität, Religion, sexueller Orientierung oder Lebensumständen.

Die Gesundheit von Frauen hängt nicht nur vom persönlichen Lebensstil oder den körperlichen Anlagen ab. Faktoren wie Einkommen, Bildung, Arbeitsbedingungen, Zugang zu Versorgungseinrichtungen, Umwelteinflüsse und viele weitere Determinanten beeinflussen die Gesundheit von Frauen.

Daher ist das Arbeitsfeld eines Frauengesundheitszentrums nicht auf einzelne Erkrankungen, oder gar Körperregionen begrenzbar.

Die Arbeitsthemen eines Frauengesundheitszentrums können umschrieben werden mit

  • gesundheitlichen Ressourcen wie Belastungen, Verhältnissen, Erkrankungsrisiken und Erkrankungen

die

  • ausschließlich Frauen treffen
  • Frauen in größerem Ausmaß betreffen
  • Frauen anders betreffen als Männer
  • einen geschlechtsspezifischen Zugang in der Vorbeugung, Früherkennung, Wiederherstellung und auch „Leben-Damit“ erfordern.

Die folgenden angeführten Begriffe sind daher keine vollständige Liste sondern nur wenige Beispiele um die Breite und Vielfalt des Arbeitsfeldes zu verdeutlichen: Chronische Erkrankungen, Armut, Gebärmutterhalskrebs, Selbstbestimmung, Einsamkeit, Brustkrebs, Essstörungen, Erschöpfung, Gewalt, Bewegung, Sexualität, Depression, Schönheitswahn, Schwangerschaft, Diskriminierung, Körperwahrnehmung, Herzkreislauferkrankungen, Leistungsoptimierung, Soziale Netzwerke, Mehrfachbelastung, Verhütung, Osteoporose …

Die Aufgaben des gemeinnützigen Frauengesundheitszentrum Kärnten basieren auf den Grundprinzipien der Rahmengesundheitsziele Österreich (Bundesministerium für Gesundheit, 2012):

  • Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit,
  • Erhalt der Gesundheit und nicht erst das Reagieren auf Krankheit,
  • Erhöhung der gesunden Lebensjahre,
  • Entlastung des Gesundheitsversorgungssystems.

Die Zielgruppen verfügen durch die Angebote des Frauengesundheitszentrum Kärnten über:

  • Leistbare, verständliche, geschlechtergerechte und unabhängige Gesundheitsinformationen,
  • Konkrete und erreichbare Unterstützung bei Entscheidungsfindungen, die den Erhalt oder die Wiederherstellung von Gesundheit fördert,
  • Vielfältige, regionale Lern- und Erfahrungsräume für alltagsnahes, umsetzbares, gesundheitsrelevantes Verhalten und Handeln,
  • Zugang zu interdisziplinärem Wissen und Erfahrungen aus der Praxis der Frauengesundheitsarbeit.

Die Arbeitsstrategien des Frauengesundheitszentrum Kärnten:

  • Aufsuchende Arbeitsweise, um Individuen, aber auch Organisationen, wie Gemeinden oder Jugendeinrichtungen, den Zugang zu frauen- und geschlechtssensiblen Gesundheitsinformationen zu erleichtern.
  • Regionale Arbeitsweise, um den vorwiegend ländlichen Strukturen, den mangelnden öffentlichen Verkehrsverbindungen und der häufig eingeschränkten Mobilität von Mädchen und (älteren) Frauen Rechnung zu tragen und regionale Unterschiede sowie Versorgungslücken zu berücksichtigen.
  • Lebensnaher, nachfrageorientierter, geschlechtergerechter und frauenspezifischer Ansatz, um zielgruppenspezifische Maßnahmen umzusetzen.
  • Mutmachende und salutogenetische Arbeit im Sinne der feministischen Frauengesundheitsbewegung auf den Säulen: Empowerment und Autonomie.
  • Stärkung der Gender- und Gesundheitsförderungskompetenz von Eltern,Bezugspersonen, MultiplikatorInnen und Fachkräften, um nachhaltige Effekte zu erzielen.
  • Durchführung der Angebote auf Anfrage, um vorhandene Ressourcen bedarfsgerecht und effizient einzusetzen.
  • Zusammenarbeit mit bestehenden Organisationen, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden und Synergieeffekte zu erzielen.
  • Maßnahmen auf der Verhaltens- und Verhältnisebene, um einerseits die Eigenkompetenz von Individuen zu stärken (Empowerment) und andererseits die Strukturen in
    Organisationen und Systemen gesundheitsförderlicher zu gestalten (Setting-Ansatz).
  • Arbeiten auf Basis von interdisziplinären, wissenschaftlichen Erkenntnissen, Erfahrungen aus der Praxis und den Wahrnehmungen und Forderungen von Frauen als Expertinnen ihrer Gesundheit.

Die Organisation

Das Frauengesundheitszentrum Kärnten wurde im März 1999 als gemeinnützige Gesellschaft vom Land Kärnten und der Stadt Villach gegründet. Das oberste Organ der GmbH ist die Generalversammlung, diese bestellt eine handelsrechtliche Geschäftsführerin, die die Organisation leitet und vertritt. Seit 1. Jänner 2000 ist Mag.a Regina Steinhauser die Geschäftsführerin.

Die Finanzierung des Frauengesundheitszentrum Kärnten beruht auf jährlichen Förderungen, die unabhängig von den Eigentumsverhältnissen sind.
Zur Finanzierung der auflaufenden Kosten des Jahres 2018 wurden EUR 266.220,– vom Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 5 – Gesundheit und Pflege / SG Gesundheitsförderung und Krankheitsvermeidung zuerkannt. Weitere Basisförderungen beantragte das Frauengesundheitszentrum Kärnten als Mitglied der ARGE der österreichischen Frauengesundheitszentren für das Jahr 2018 beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz und beim Bundeskanzleramt, Sektion III – Frauenangelegenheiten und Gleichstellung.
Das Bundeskanzleramt, Sektion III – Frauenangelegenheiten und Gleichstellung hat das Förderansuchen für das Jahr 2018 am 4. Juni abgelehnt. Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz hat die Auszahlung der angesuchten Jahresförderung für Ende November 2018 in Höhe von EUR 10.490,– in Aussicht gestellt.

Das Frauengesundheitszentrum Kärnten erwirtschaftet Erlöse durch den Verkauf einzelner Produkte sowie durch Unkostenbeiträge bei Veranstaltungen, die zur Kostendeckung beitragen.

Das Frauengesundheitszentrum Kärnten nimmt konsequent und ausnahmslos weder Geld- noch Sachleistungen von Pharmaindustrie und / oder Medizingeräteherstellern an.
Kommt es zu Leistungen von Sponsoren aus anderen Branchen werden die Rechte und Pflichten dieser Kooperation jeweils schriftlich fixiert. Sponsorenleistungen werden mit Angabe des Sponsors, der Zweckwidmung und der Art und Höhe der Sponsorleistung im Jahresbericht veröffentlicht.

Die Erstellung dieser Webseite wurde im Rahmen der Basisförderung vom Amt der Kärntner Landesregierung, Abt. 5 Kompetenzzentrum Gesundheit, UA Sanitätswesen finanziert. Aktualisierungen, Zertifizierungsgebühren und die laufenden Kosten für diese Webseite werden im Rahmen der oben erläuterten jährlichen Subventionen finanziert. Diese Webseite wurde und wird ohne Gelder von Sponsoren betrieben.

Gefördert aus den Mitteln

des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz und des Landes Kärnten

Das Logo des Bundeministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz
Das offizielle Logo des Land Kaernten

Bildquellen:
Frauen © Helge Bauer