Sexuelle Gesundheit

Was ist Sexualität? Um den Begriff der „sexuellen Gesundheit“ fassbarer zu machen ist eine Definition des Begriffs „Sexualität“ wie sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verstanden wird hilfreich. Diese beschreibt Sexualität als wesentlichen Bestandteil des Menschseins der das biologische Geschlecht, die Geschlechtsrolle und Geschlechtsidentität, die sexuelle Orientierung, Erotik, emotionale Bindung / Liebe und Fortpflanzung umfasst. Sie wird erfahren und drückt sich aus in Gedanken, Überzeugungen, Phantasien, Rollen, Wünschen, Beziehungen. Sexualität entsteht im Zusammenspiel biologischer, sozioökonomischer, psychologischer, kultureller, ethischer und religiöser bzw. spiritueller Faktoren. Dieser sehr umfassend wahrgenommene Begriff der Sexualität den die WHO beschreibt bildet die Grundlage für das Verständnis von „sexueller Gesundheit“.

 

Was ist sexuelle Gesundheit? 

Sexuelle Gesundheit ist nicht einfach die Abwesenheit von Krankheit, Funktionsstörungen oder Schwäche. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt sexuelle Gesundheit als die gelungene Integration körperlicher, emotionaler, intellektueller und sozialer Aspekte in die Gestaltung des Zwei Frauen erhalten von einer Mitarbeiterin des Frauengesundheitszentrums Kaernten einen kostenlosen Schwangerschaftstestsexuellen Daseins, welche Menschen bereichert und die Persönlichkeit, die Kommunikation und die Liebe stärkt. Somit ist Sexuelle Gesundheit die Erfahrung eines fortdauernden Prozesses körperlichen, seelischen, und soziokulturellen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität. Sexuelle Gesundheit zeigt sich im freien und verantwortungsvollen Ausdruck sexueller Fähigkeiten, der das harmonische persönliche und soziale Wohlbefinden fördert und bereichert. Wenn sexuelle Gesundheit erreicht und erhalten werden soll, so müssen die sexuellen Rechte aller Menschen anerkannt und durchgesetzt werden.

Sexuelle Rechte als Grundvoraussetzung für sexuelle Gesundheit!

Sexuelle Rechte sind eng verknüpft mit den international anerkannten Menschenrechten. Die World Association for Sexology (WAS) beschreibt zusammengefasst folgende sexuelle Rechte als fundamentale und universelle Menschenrechte. Das Recht auf sexuelle Freiheit, Autonomie und auf die Unverletzlichkeit und den Schutz des sexuellen Körpers. Das Recht auf sexuelle Privatsphäre, sexuelle Gleichbehandlung und sexuelle Lust. Das Recht auf den sexuellen Ausdruck von Gefühlen, freie sexuelle Verbindung und freie, selbstverantwortliche Wahl bei der Fortpflanzung. Das Recht auf umfassende Sexualerziehung, sexuelle, wissenschaftlich fundierte Information und sexuelle Gesundheitsvorsorge und Gesundheitspflege.
Das Frauengesundheitszentrum Kärnten unterstützen Mädchen und Frauen in der Durchsetzung ihrer sexuellen Grundrechte.

Frauengesundheitszentrum Kärnten – Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit

Als Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit ist das Frauengesundheitszentrum Kärnten eine unterstützende Partnerin im Umgang mit Themen und Anliegen die das sexuelle Leben von Mädchen und Frauen mit sich bringt.

Buchtipps und Links:

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung; Allgemeine Ortskrankenkasse: Faktenbox: Kombinierte hormonale Verhütungsmittel. Welchen Nutzen und welchen Schaden kann die Einnahme der Pille für mich haben? 2016. URL: http://www.aok.de/fileadmin/user_upload/Universell/05-Content-PDF/aok-faktenbox-pille.pdf. [Zugriffsadtum: 11.10.2016]

Lustvoll – weibliche Sexualität in jedem Lebensalter, Rina Nissim, Orlanda Frauenverlag, Berlin 2005

Auf den Schwingen weiblicher Sexualität – Eine Liebesschule für Frauen, Doris Christinger, Pendo Verlag, Zürich, 2000

Was jede Frau über weibliche Sexualität wissen will, Beatrix Gromus, Hogrefe Verlag, Wien, 2005

Mütter, Lust und Sexualität, Anke Kuckuck, Clara Luckmann, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1997

Ungewollt Schwanger, Eine Broschüre des österreichischen Netzwerks der Frauengesundheitszentren hier

Quellenangaben:

WHO-Regionalbüro für Europa und BZgA, Standards für die Sexualaufklärung in Europa Rahmenkonzept für politische Entscheidungsträger, Bildungseinrichtungen, Gesundheitsbehörden, Expertinnen und Experten, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln 2011

Zur Förderung sexueller Gesundheit- Handlungsempfehlungen, Bericht einer Regionalkonsultation organisiert von Pan American Health Organization (PAHO),
World Health Organization (WHO), In Zusammenarbeit mit der World Association for Sexology (WAS) in Antigua Guatemala, Guatemala, 19.- 22. Mai, 2000
(Veröffentlicht 2001, deutsch von E.J. Haeberle)
http://www.sexarchive.info/GESUND/ARCHIV/DEUTSCH/PAHODE.HTM
Zugriff am 13.04.2012, 10:08

Sexual and reproductive health, Core competencies in primary care
http://whqlibdoc.who.int/publications/2011/9789241501002_eng.pdf
Zugriff am 14.04.2012, 13.22

Sexuelle und reproduktive Gesundheit, WHO Regionalbüro für Europa
http://www.euro.who.int/de/what-we-do/health-topics/
Life-stages/sexual-and-reproductive-health/news/news/2011/06/
sexual-health-throughout-life/definition

Zugriff am 14.04.2012, 19.22

Bildquelle:
© Helge Bauer

Autorin: Mag.a (FH) Christiane Hintermann, Gesundheits- und Pflegemanagerin, Sexualpädagogin