Koronare Herzerkrankung

Das Herz ist ein Muskel, der über Blutgefäße, die sogenannten Herzkranzgefäße mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Kommt es zu einer Durchblutungsstörung dieser Herzkranzgefäße, auch Koronararterien genannt, wird von einer koronaren Herzerkrankung (KHK) gesprochen. Hierbei lagern sich fetthaltige Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen ab, wie Kalk in einer Wasserleitung, so verlangsamt, oder blockiert das Blut und somit auch die Sauerstoffversorgung des Herzens. Das Herz kann seine Pumpfunktion nicht mehr genügend erfüllen und es kommt zu Beschwerden bis hin zum Herzinfarkt.

 

Eine Frau mit einem weißen Kleid haelt ein rotes Herz zu ihrer Brust

Wen betrifft es?

Herzerkrankungen werden oft noch als typische „Männererkrankungen“ gesehen, doch Frauen sind auch häufig von koronaren Herzerkrankungen betroffen! Im Vergleich starben in Kärnten im Jahre 2008 pro 100.000 Einwohner 182,7 Männer, jedoch auch 112,4 Frauen an Herz-Kreislauferkrankungen. Insgesamt starben in Österreich 2008 über 13.000 Männer im Vergleich zu über 19.000 Frauen an Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Herz-Kreislauferkrankungen sind die häufigste Todesursache von Männern wie Frauen in Österreich.

Was sind die körperlichen Warnsignale bei koronaren Herzerkrankungen? 

Frauen haben andere körperliche Symptome als Männer die auf eine koronare Herzerkrankung hinweisen. Diese werden oft von der Frau selbst wie auch von der Ärztin / dem Arzt spät, oder gar nicht erkannt, da die typisch weiblichen Symptome für eine koronare Herzerkrankung noch immer nicht als typische Anzeichen für diese Erkrankung gelten. So vergehen wertvolle Minuten bevor die Frau den Weg ins Krankenhaus antritt und auch dort vergeht bei Frauen mehr Zeit bis die Symptome richtig gedeutet werden. Mögliche Warnsignale für eine Herzerkrankung bei Frauen können sein:

  • Übelkeit und Magenbeschwerden
  • Brustkorbenge die manchmal in den Magen ausstrahlen kann
  • Herzstolpern
  • Müdigkeit, Schwächegefühle, Konzentrationsstörungen und Schwindel
  • Plötzliche Schweißausbrüche und starke Atemnot
  • Rückenschmerzen
  • Wasseransammlungen in den Beinen

Diese Symptome unterscheiden sich von den typisch männlichen Körperreaktionen bei koronaren Herzerkrankungen wie plötzlicher Druck, Brennen, plötzliches Herzjagen, Schmerzen in der Brustkorbmitte, den Schultern bis hin zum Nacken und den Amen und wellenartigen Beschwerden bis hin zu Besserung und erneuten Beschwerden.

Was kann Frau tun?

Achten Sie auf die Warnsignale ihres Körpers! Sie sind die Gesundheitsexpertin Ihres Körpers, denn Sie können frühzeitig Veränderungen und Signale erkennen und aktiv werden um Ihre Gesundheit zu erhalten. Scheuen Sie sich nicht bei den oben genannten Beschwerden rasch zu handeln.

Streben Sie Ihr Normalgewicht an und ernähren Sie sich abwechslungsreich und ausgewogen! Setzen Sie sich jedoch nicht zu sehr unter Druck, eine langfristige und schonende Umstellung Ihrer Ernährungsgewohnheiten ermöglicht es Ihnen langsam Schritt für Schritt Ihr Normalgewicht zu erreichen. Helfen kann Ihnen dabei kann die kostenlose Ernährungsberatung der Kärntner Gebietskrankenkasse sein.

Bewegen Sie sich regelmäßig! Damit ist nicht immer ein Jahresvertrag im Fitnessstudio gemeint, bauen sie als ersten Schritt einfach mehr Bewegung in Ihren Alltag ein, Stiegen steigen anstatt Rolltreppe und kleinere Einkäufe mit dem Fahrrad erledigen anstatt mit dem Auto zu fahren sind wertvolle erste Schritte. Moderate Ausdaueraktivitäten stärken Ihr Herz besonders effektiv, darunter fällt auch schnelles Gehen, Tanzen oder Schwimmen, am besten dreimal in der Woche.

Vermeiden Sie seelische Belastungen und Stress! Stress ganz zu vermeiden ist kaum möglich, doch Sie können einen möglichst schonenden Umgang mit solchen Situationen zu entwickeln. Gönnen Sie sich in belastenden Phasen regelmäßige Entspannung, genügend Schlaf, oder sprechen Sie mit einer Freundin darüber. Holen Sie sich in starkbelastenden Zeiten Unterstützung bei einer Psychologin / einem Psychologen, oder einer anderen Fachkraft, mit der Sie Ihre Sorgen und Probleme besprechen können.

Achten Sie auf Ihren Blutdruck! Um Ihren Blutdruck sicher beurteilen zu können werden mindestens 30 Blutdruckmessungen über einen längeren Zeitraum benötigt. Lassen Sie sich also nicht von einzelnen Messergebnissen verunsichern. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Zigaretten lässt den Blutdruck langfristig sinken.

Hören sie ganz auf zu rauchen, oder schränken sie es zumindest ein Rauchen ein! Rückschläge sind normal, lassen Sie sich nicht entmutigen. Schon wenige rauchfreie Tage ermöglichen es Ihnen bei Bewegung besser Luft zu bekommen und sie werden auch einen verbesserten Geruchs- und Geschmackssinn bemerken. Schon das Reduzieren des Rauchkonsums hat eine gesundheitsförderliche Wirkung auf Ihr Herz! Hilfreiche Unterstützung finden Sie auf der Seite Rauchertelefon der Gebietskrankenkasse unter
http://www.rauchertelefon.at/portal27/portal/rauchertelefonportal/start/startWindow?p_tabid=1&p_menuid=62583&action=2 .

Linktipps:

Wegweiser zum gesunden Frauenherzen – Selbst ist die Frau
http://www.fem.at/shared/Herzfolder_dt.pdf

Österreichischer Herzverband – Landesverband Kärnten
http://herzverband.at/index.php?option=com_content&task=view&id=29&Itemid=50 

Herz-Web, Info rund ums Herz
www.herz.at

Ernährungsberatung der Kärntner Gebietskrankenkasse:
http://www.kgkk.at/portal27/portal/kgkkportal/content/contentWindow?action=2&viewmode=content&contentid=10007.698753

Deutsche Herzstiftung
www.herzstiftung.de 

Buchtipps: 

Handbuch für Herzbesitzer (mit Spezial: Die neue Frauenkrankheit Herzinfarkt),
Ferdinand Waldenberger, Verlag Ueberreuter, Wien 2003

Weiblich, 44, Herzinfarkt – Wie Frauen den Knockout vermeiden, Lorelies Singerhoff, Kreuz Verlag, Stuttgart 2004

Quellenangaben:

Wegweiser zum gesunden Frauenherzen – Selbst ist die Frau
http://www.fem.at/shared/Herzfolder_dt.pdf; Zugriff am 14.05.2010, 20:12

Ärztezeitung.de
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/herzinfarkt/
article/588578/frauen-herzinfarkt-fehlts-bewusstsein.html
;
Zugriff am 23.04.2010, 22:45

Österreichischer Herzverband – Landesverband Tirol
http://www.herzverband-tirol.at/pages/posts/herzinfarkt-keine-maennersache-4.php?p=20;
Zugriff am 14.05.2010, 22:15

Deutsche Herzstiftung
http://www.herzstiftung.de/Herzinfarkt-Frauen.php;
Zugriff am 14.05.2010, 21:12

Der Standard.at
http://derstandard.at/1269449723047/Herz-Kreislauf-Herzinfarkt-ist-keine-Maennersache;
Zugriff am 14.05.2010, 19:24

Statistik Austria
http://www.statistik.at/web_de/statistiken/gesundheit/todesursachen/
todesursachen_im_ueberblick/index.html
; Zugriff am 14.05.2010, 18:30
http://www.statistik.at/web_de/statistiken/gesundheit/todesursachen/
todesursachen_ausgewaehlte/index.html
; Zugriff am 14.05.2010, 19:12

Bildquellen:
Herz © Sergey-Khamidulin-Fotolia.com (https://stock.adobe.com/de/images/the-heart-on-bosom/17917845)

Autorin: Mag.a (FH) Christiane Hintermann, Gesundheits- und Pflegemanagerin, Sexualpädagogin