Der Monatszyklus einer Frau

Der erste Tag der Monatsblutung ist der Beginn des Zyklus. Der letzte Tag vor der nächsten Monatsblutung ist das Ende des Zyklus. Ein Zyklus kann zwischen 21 und 35 Tage dauern und dadurch kann auch der Zeitraum der Fruchtbarkeit einer Frau von Zyklus zu Zyklus verschieden sein. Die Monatsblutung kann zwischen 3 und ungefähr 7 Tage dauern (rote Kreise). Nur einige Frauen haben einen sehr regelmäßigen Zyklus, der genau 28 Tage dauert.

Ungefähr 12 bis 16 Tage vor der nächsten Monatsblutung kommt es zum Eisprung. Da – wie oben beschrieben – viele Frauen einen unregelmäßigen Zyklus haben, kann nicht genau vorhergesagt werden, wann der Eisprung stattfinden wird. Der Eisprung findet auch oft nicht – wie häufig angenommen – zur Zyklusmitte statt, sondern kann früher oder später eintreten.

Beispielhafte Darstellung eines Zyklus mit Eisprung und befruchtungsfähiger Eizelle:

In diesem Beispiel hat die Frau einen 30-Tage-Zyklus. Die Monatsblutung dauert vier Tage. Der Eisprung (erster gelber Kreis mit X) erfolgt am 17. Zyklustag. Die Eizelle kann bis maximal 24 Stunden befruchtet werden, deshalb 2 gelbe Kreise.

Die fruchtbaren Tage einer Frau

Die Hülle der reifenden Eizelle im Eierstock wird Follikel genannt. Das follikelstimulierende Hormon (FHS) führt bei Frauen im gebärfähigen Alter in der ersten Zyklushälfte (ab dem Ende der Monatsblutung bis zum Eisprung) zur Ausreifung des Follikels. Etwa zwei Tage vor dem Eisprung steigt das Hormon LH (luteinisierendes Hormon) im Körper der Frau an. Dadurch wird der Eisprung ausgelöst. Das heißt, das im Eierstock gereifte Ei, tritt aus seinem Follikel heraus und wandert in einen der beiden Eileiter. Im Laufe der nächsten vier bis fünf Tage setzt das Ei seinen Weg in die Gebärmutter fort.

Die fruchtbaren Tage sind jene Zeitspanne im Zyklus, in der die Möglichkeit besteht, dass die Eizelle im Eileiter (nach dem Eisprung) durch ein Spermium befruchtet wird und eine Schwangerschaft eintritt.

Die Eizelle ist nach dem Eisprung ungefähr 6 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Samenzellen sind ungefähr fünf Tage nach einem Geschlechtsverkehr im Körper der Frau überlebensfähig und somit in der Lage, ein reifes Ei zu befruchten. Am Tag des Eisprungs und besonders zwei Tage vor dem Eisprung ist die Wahrscheinlichkeit für eine Befruchtung der Eizelle am höchsten.

Es folgen drei Beispiele, wie unterschiedlich der Zyklus einer Frau und die fruchtbaren Tage sein können.

Beispiel A:

Eine Frau hat einen 28-Tage-Zyklus. Die Monatsblutung dauert jeweils 3 Tage. Der Eisprung erfolgt am 15. Zyklustag. Diese Frau hat am 8. Zyklustag ungeschützten Geschlechtsverkehr (grüner Kreis mit X). Spermien können nach dem Geschlechtsverkehr bis zu 5 Tage (in Ausnahmefällen bis zu 7 Tage) im Körper der Frau überleben (grüne Kreise). Die fruchtbaren Tage der Frau in diesem Beispiel dauern bis zu ungefähr sieben Tage, weil Samenzellen und Eizelle mehrere Tage im Körper überlebensfähig sind. In diesem Beispiel überleben die Spermien aber nicht bis zum Eisprung der Frau. Eine Schwangerschaft ist unwahrscheinlich.

Beispiel B:

Eine Frau hat einen 32-Tage-Zyklus. Ihre Monatsblutung dauert jeweils 4 Tage. Der Eisprung erfolgt am 20. Zyklustag. In diesem Fall ist davon auszugehen, dass die fruchtbaren Tage der Zeitraum vom 15. bis einschließlich 21. Zyklustag sind. Die Frau hat am 18. Zyklustag ungeschützten Geschlechtsverkehr. Eine Schwangerschaft könnte eintreten.

Beispiel C:

Eine Frau hat einen 21-Tage-Zyklus. Ihre Monatsblutung dauert jeweils 5 Tage. Der Eisprung erfolgt 14 Tage vor der nächsten Monatsblutung. In diesem Fall sind die fruchtbaren Tage vermutlich der Zeitraum vom 3. bis einschließlich 9. Zyklustag. Die Frau hat am 5. Zyklustag ungeschützten Geschlechtsverkehr. Eine Schwangerschaft könnte eintreten.

Befruchtung oder Monatsblutung …

Ist das Ei befruchtet worden, wandert es in die Gebärmutter und nistet sich dort in die Schleimhaut, die sich während des Zyklus aufgebaut hat, ein.

Wurde das Ei nicht befruchtet, löst es sich auf. Die aufgebaute Schleimhaut wird abgestoßen und die Frau hat ihre Monatsblutung.

Link- und Literaturtipps:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Körperwissen und Verhütung. URL: http://publikationen.sexualaufklaerung.de/cgi-sub/fetch.php?id=597

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Wissen von A bis Z. http://www.familienplanung.de/service/lexikon/

Frauengesundheitszentrum Kärnten: Modell der weiblichen Geschlechtsorgane zum Ausleihen. URL: /angebote-leistungen/lehrmittelverleih/

Frauengesundheitszentrum Kärnten: Frauengesundheit interaktiv. Eine Reise nach Innen. URL: http://www.fgz-kaernten.at/gynmodell/start_gynmodell.html

Gynmed Ambulatorium für Schwangerschaftsabbruch und Familienplanung: Österreichischer Verhütungsreport. Wien 2015. URL: http://verhuetungsreport.at/sites/verhuetungsreport.at/files/2015/gynmed.pdf.

Wiener Programm für Frauengesundheit: Entscheiden Sie sich richtig … bei Liebe, Sexualität
und Verhütung. Broschüre in Deutsch. URL: http://www.frauengesundheit-wien.at/downloads/broschueren/Kontrazeptbrosch_Web_wien.pdf.

Quellenangaben:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Sichergehn – Verhütung für sie und ihn. Dortmund. 2014.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Wie funktioniert der weibliche Zyklus? 2016. URL: http://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-der-weibliche-zyklus.2114.de.html [Zugriffsdatum: 19.09.2016]

Kupfer, Doris: Part of mine. URL: http://www.part-of-mine.de/index.html. [Zugriffsdatum: 19.09.2016]

pro familia, Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V. Bundesverband: Körper und Sexualität. 2010 URL: http://www.profamilia.de/fileadmin/publikationen/Reihe_Koerper_und_Sexualtitaet/koerperzeichen_weisen_den_weg.pdf. [Zugriffsdatum: 23.06.2016]

Bildquellen:
© Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Körperwissen und Verhütung. Präventionsmappe. Text- und Bildtafeln. URL: http://publikationen.sexualaufklaerung.de/cgi-sub/fetch.php?id=597. [Zugriffsdatum: 23.06.2016]

Autorin: Mag.a Viola Goetschalckx, Sozial- und Integrationspädagogin, fachliche Mitarbeiterin im Frauengesundheitszentrum Kärnten