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Cyberbullying Themenübersicht

Cyberbullying

Was ist Cyberbullying?

Ein Begriff, der in letzter Zeit leider zu immer größerer negativer Berühmtheit gelangt ist, ist Cyberbullying. Grundsätzlich ist der englische Begriff bullying am besten mit schikanieren zu übersetzen und beschreibt durch den Zusatz "Cyber" das Schikanieren mittels elektronischer Medien wie E-Mail, SMS, Foren, Kontaktbörsen usw. Trauriger Höhepunkt bisher war der Selbstmord der 15-jährigen Britin Hooly G. nachdem sie monatelang tyrannisiert worden war. Im Gegensatz zu herkömmlichem Mobbing endet Cyberbullying nicht an der Haustüre, sondern verfolgt das Opfer bis in den privatesten Bereich, da es via Handy und/oder PC/Internet stattfindet.

Wie verbreitet ist Cyberbullying?

In Großbritannien sind schätzungsweise 340.000 der rund 4,4 Millionen Menschen im Alter von 11 bis 16 bereits Opfer von heimtückischer Drangsalierung im Internet und über Mobiltelefone geworden. Das hat die britische Initiative Beatbullying in ihrer jüngsten Studie über virtuelle Gewalt hochgerechnet. Seit dem Start einer virtuellen Beratungsstelle im März 2009 haben dort nach ihren Angaben 214.000 junge Menschen bei speziell ausgebildeten "Cyber-Mentoren" Hilfe gesucht.

Für ihre Studie hat Beatbullying vom November 2008 bis Februar 2009 rund 2100 Kinder und Jugendliche befragt. Besonders häufig findet Cyberbullying über den Instant Messenger von MSN und Skype statt. Weitere Instrumente der Online-Drangsalierung sind die Social Networks Bebo, Facebook, studiVZ, EventShooters und MySpace. 61 Prozent der Befragten haben angegeben, sie seien bereits Zeuge von Cyberbullying geworden. Über 50 Prozent kennen gefälschte Profilseiten, Hass-Websites oder sogenanntes Happy-Slapping-Material.

Beim "Happy Slapping" werden die Opfer während brutaler oder anderer Übergriffe gefilmt. Diese Filme werden auf Mobiltelefonen gezeigt und via SMS oder YouTube verbreitet. Beim virtuellen Mobbing werden auch bloßstellende Botschaften, Fotos und Filme in Social Networks gepostet oder bestimmte Personen werden gezielt von Online-Spielen ausgeschlossen.

Die häufigste Form des Cyberbullying ist der Versand von SMS, Sprachbotschaften oder E-Mails mit verletzenden Inhalten. Von Belästigungsanrufen sind Mädchen überproportional häufig betroffen. In dem Bericht wird auch konstatiert, dass die Verbreitung von sexuellem Material zugenommen habe und dass dieses immer häufiger von den jungen Menschen selbst angefertigt werde.

Auch die Belästigung von Mädchen und Burschen in Chaträumen und Foren diverser Socialnetwork Seiten nimmt immer stärker zu. Hier werden oft Kontakte geknüpft, die von einer anfänglichen Bekanntschaft zu Freundschaft bis hin zu einer intimen Beziehung gesponnen werden.
Informationen, die über diese Kontakte gewonnen werden, sind dann oft in anderen Foren in beleidigender Form wiederzufinden.

In Deutschland haben für die JIM-Studie 2008 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (MPFS) rund ein Viertel der befragten Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren angegeben, sie seien in einem Sozialen Netzwerk bereits von Mobbing betroffen gewesen. Im September startete das Jugendportal juuuport.de gegen Cyber-Mobbing. Drangsalierte Jugendliche können sich dort an ehrenamtliche MitarbeiterInnen und BeraterInnen, sogennannte Scouts, wenden.
Eine entsprechende österreichische Untersuchung liegt derzeit leider noch nicht vor, jedoch können die Ergebnisse deutscher Studien auch auf den österreichischen Raum umgelegt werden.

Was können Eltern und Erziehungsberechtige, aber auch Betroffene dagegen tun?

Bei Kindern gilt der Grundsatz: Auf keinen Fall verharmlosen. Was für Erwachsene eine dumme SMS oder E-Mail ist, kann für Mädchen oder Burschen den Weltuntergang bedeuten. Um dies zu verstehen, ist es wichtig, über die Medienkultur der Jugendlichen zumindest grundsätzlich Bescheid zu wissen.

Ein guter Schritt wäre es z.B., sich selbst auf Facebook zu registrieren. Man muss Facebook ja nicht verwenden, aber dieser Schritt gibt Eltern und Erziehungsberechtigten zumindest einen ganz kleinen Einblick in die Kommunikationsformen der Jugend.

Ebenfalls wichtig ist es, Bewusstsein für die nicht vorhandene Anonymität des Internet zu wecken. Jedes lustige Partybild kann auf den PC geladen, leicht verändert und missbräuchlich verwendet werden.

Am schwierigsten umzugehen ist jedoch mit Flirts und intimen Kontakten, die via Social Networks aufgebaut werden. Die "virtuellen" Freunde sind meist Bekannte/SchulkollegeInnen aus der unmittelbaren Umgebung des Opfers. Unter einer gefälschten Identität nehmen sie Kontakt zu den Opfern auf und erschleichen sich deren Vertrauen. Solchen virtuellen Kontakten gegenüber muss man mit Informationen, die man über sich preisgibt, sehr vorsichtig sein.

Diese massivste Form von Cybermobbing ist am schwierigsten zu erkennen, da sie über private Kanäle wie Handy oder E-Mail stattfindet. Der beste Zugang ist es, mit den Betroffenen ein generelles Gespräch über dieses Thema zu suchen. Ohne zumindest grundlegendes Wissen über diese Kommunikationsformen ist dieser Zugang jedoch nicht möglich.

Kurz zusammengefasst:

• Cybermobbing betrifft fast jeden 5. Jugendlichen
• 85% der Opfer sind Mädchen
• Bei entsprechenden Verdachtsmomenten das Gespräch mit den Jugendlichen suchen
• Vor dem Gespräch auf jeden Fall in die Materie einlesen bzw. selbst ein Social Network wie z.B. Facebook ausprobieren
• Vorsichtig mit Informationen sein, die man via Internet freigibt
• Sicherheitseinstellungen von facebook, studivz, myspace & Co durchlesen und entsprechend einstellen, weil man damit bestimmen kann, wer welche Inhalte sieht
• Suchen Sie selbst Hilfe auf Seiten wie z.b. saferinternet.at, RatAufDraht oder juuuport.de

Hilfetipps für betroffene Jugendliche:

• Antworte niemals auf Nachrichten, die dich belästigen oder ärgern. Ansonsten wird das Mobbing wahrscheinlich nur noch schlimmer.
• Bewahre die Nachricht auf! Du musst die Nachricht nicht lesen, sie ist aber ein guter Beweis dafür, dass du belästigt wurdest. Solche Beweise helfen dir, wenn du Unterstützung suchst oder die Belästigung melden möchtest.
• Melde Probleme. Nimm Belästigung und anstößige Inhalte nicht einfach hin und informiere den Betreiber der Website. Vorfälle, die illegal sein könnten, solltest du den Behörden melden.
• Sperre den Absender. Du musst dich nicht mit jemandem abgeben, der dich belästigt – blockiere unerwünschte Absender.
• Sei vorsichtig beim Veröffentlichen persönlicher Daten wie Adresse, Handynummer, Fotos, Videos etc.
• Wende dich an jemanden, dem du vertraust. Meistens ist es eine große Erleichterung, Probleme mit einer anderen Person zu teilen. In der Regel sind deine Eltern, FreundInnen, Lehrkräfte, JugendbetreuerInnen erste AnsprechpartnerInnen.
• HILF ANDEREN
• Wenn du mitbekommst, dass jemand schikaniert wird, mach nicht mit und schreite ein, am besten gemeinsam mit anderen. Wenn der Täter oder die Täterin merkt, dass das Opfer nicht allein gelassen wird, hören die Beleidigungen oft schnell auf. Im Notfall holt Hilfe bei Erwachsenen, denen ihr vertraut.


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Sehr gutes Video (englisch mit deutschen Untertiteln) zum Thema http://cu2.at/x8P3
Folder zum Thema: http://cu2.at/ZhoH vom deutschen ServiceBureau
Studie (PDF Datei) des Zentrum für empirische pädagogische Forschung zum Thema Cybermobbing

Quellenverweise:
http://www.heise.de
http://oe1.orf.at
http://rataufdraht.orf.at
http://www.wikipedia.de