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Alter und Sexualität |
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Alter und Sexualität
Alter ist kein Grund auf Sexualität zu verzichten. Sexualität und Lust im Alter werden in unserer heutigen Gesellschaft noch immer sehr wenig thematisiert, sie grenzen beinahe an ein Tabu. Prinzipiell bleibt bei älteren Frauen nach den Wechseljahren die Sexualität eine wichtige Quelle für die Lebensenergie, das Selbstwertgefühl und das Gefühl der partnerschaftlichen Gemeinschaft. Der Stellenwert der Sexualität verlagert sich hinsichtlich der emotionalen, gefühlsbetonten und zärtlichen Ebene. Es geht nicht um den Orgasmus an sich. Begriffe wie Treue, Liebe, Verständnis, Rücksichtsnahme, Einfühlungsvermögen oder Vertrautheit sind maßgebliche Faktoren im Liebesleben der älteren Frauen. Die persönliche, sexuelle Identität jeder einzelnen soll bis zum Lebensende gelebt werden. „Alte Menschen verlieren nicht das Bedürfnis berührt zu werden, sondern sie verlieren Mitmenschen, die sie berühren"
Daten und Fakten
• In der Regel nimmt die Häufigkeit sexueller Kontakte im Alter bei Frauen ab, nicht jedoch das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Sexualität. Wie in jeder anderen Lebensphase auch ist die Sexualität im Alter ein Ausdruck der Persönlichkeit, wobei die Verankerung und der Stellenwert der Sexualität sehr verschieden sein können. In jeden Fall aber hängt die Sexualität älterer Frauen weitgehend mit ihrer sexuellen Lebensgeschichte zusammen.
• Störfaktoren, die Frauen im Alter beeinflussen sind in erster Linie körperliche Veränderungen und chronische Schmerzen: Das Feuchtwerden der Scheide (Lubrikation), Harninkontinenz, Krebsoperationen oder Operationen im Beckenbereich. Internistische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Rheuma treten häufiger auf und können Lust und Erregbarkeit negativ beeinflussen. Auch seelische Erkrankungen und Depressionen wirken sich sehr stark auf das Sexualleben aus.
• Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Medikamenten, die ältere Frauen einnehmen, mindern direkt oder indirekt das Lustgefühl oder die Erregbarkeit. Nicht zu vergessen, kann die Einnahme der Antibaby-Pille zu einer Verringerung des sexuellen Verlangens und der sexuellen Lust (Libido) führen.
• Über die sexuelle Gesundheit zu sprechen und Hilfe in Anspruch zu nehmen lohnt sich durchaus. Ältere Frauen können lernen, sich in ihrer verändernden Sexualität neu zu finden. Wichtig ist dabei ihre Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und zu versuchen diese zu erfüllen. Der Abbau der Schamgefühle dem eigenen Körper gegenüber spielt dabei eine wichtige Rolle. Leistungsdruck hat bei der Liebe grundsätzlich nichts verloren, unabhängig vom Alter.
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